Rottal-Inn. Der in große finanzielle Schwierigkeiten geratene Agrarkonzern BayWa schließt im Landkreis Rottal-Inn zwei Agrar-Standorte: das Lagerhaus in Triftern wird zum 30. Juni 2025, der Standort Gangkofen zum 31. Dezember geschlossen. Mia Goller, Landtagsabgeordnete von Bündnis90/Die Grünen und in ihrer Fraktion Sprecherin für Landwirtschaft und Wald, sieht darin eine Schwächung der landwirtschaftlichen Strukturen in der Region und eine Entwicklung, die es, bei entsprechender unternehmerischer Vorgehensweise der BayWa, nicht gebraucht hätte.
"Die Führungsspitze der BayWa war über Jahre hinweg davon überzeugt, dass dieses Unternehmen sich als Global Player aufstellen müsse. Das ist gründlich schiefgegangen. Unter dem Größenwahn, der das Unternehmen jetzt von einem Rettungsplan in den anderen zwingt, müssen jetzt die Bäuerinnen und Bauern leiden, die in der BayWa über Generationen einen zuverlässigen Partner und Abnehmer gesehen haben", unterstreicht Goller in einer Presseaussendung. Sie befürchtet, dass die Reihe der Standortschließungen sich noch weiter fortsetzen wird.
Sie sieht die Hauptschuld für den Niedergang der BayWa in der offensichtlichen Inkompetenz des Aufsichtsrates, dem es nicht gelungen war, dem Vorstand, der ständig expandieren wollte, die notwendigen Grenzen aufzuzeigen. Sie nennt als Beispiel den Versuch der BayWa, sich durch die Übernahme eines der großen Apfelproduzenten in Neuseeland einen "internationalen Anstrich" zu geben. "Das Geschäft ging schief, die BayWa hat Lehrgeld bezahlt, und zwar in einer enormen Höhe - und sie hat auch noch den heimischen Produzenten Konkurrenz gemacht mit Äpfeln, die um die halbe Welt geflogen werden mussten", kritisiert Mia Goller.
Der Aufsichtsrat sei dabei prominent besetzt gewesen, immerhin standen der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rugwied oder auch die CSU-Europaabgeordnete Monika Hohlmeier auf der Liste der Aufsiichtsratsmitglieder. "Offensichtlich war man in diesem Gremium nicht sehr interessiert an dem, wie der Vorstand die Geschäfte führte. Wären die Aufsichtsräte ihrer Aufgabe, tatsächlich eine Aufsicht zu führen, ordnungsgemäß nachgekommen, dann würde die BayWa deutlich besser dastehen und könnte ihre Aufgaben für die Landwirtschaft so erfüllen, wie sie es in der Öffentlichkeitsarbeit immer dargestellt hat", so Goller in ihrer Pressemitteilung. Die Folgen des schlechten Wirtschaftens dürften nicht alleine in Standortschließungen auf dem Land liegen, es müssten auch Konsequenzen gezogen werden in den Führungsetagen bis hinein in die Besetzung des Aufsichtsrates. Dass man jetzt die Bauern im Stich lasse, sei ein Armutszeugnis für die BayWa-Führungsspitze und widerspreche klar dem Gründungsgedanken der BayWa.
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