Bezirksvollversammlung in Rimbach: Erneuerbare Energien sichern Versorgung, regionale Wertschöpfung und die Lebensgrundlagen kommender Generationen
Rimbach, 20. September 2026 – Die GRÜNEN Niederbayern haben bei ihrer Bezirksvollversammlung am Sonntag in Rimbach im Landkreis Rottal-Inn eine beschleunigte Energiewende gefordert. Wind und Sonne seien nicht nur entscheidend für den Klimaschutz, sondern auch für Versorgungssicherheit, bezahlbare Energie und regionale Wertschöpfung. Am Weltkindertag stellten die GRÜNEN dabei auch die Frage in den Mittelpunkt, welche Energieversorgung künftige Generationen ein gutes Leben ermöglicht.
Die Bezirksvollversammlung wurde von der bisherigen Bezirksvorsitzenden Claudia Woller eröffnet und moderiert. Gemeinsam mit Alex Rohde hatte sie den Bezirksverband in der vergangenen Amtszeit geführt. Beide traten bei den turnusgemäßen Neuwahlen nicht erneut für den Bezirksvorsitz an.
Zum Abschied würdigten die Bundestagsabgeordnete Marlene Schönberger, die Landtagsabgeordneten Mia Goller und Toni Schuberl sowie die Versammlung Wollers langjähriges Engagement. Unter ihrer Führung wurde der Bezirksverband an vielen Stellen weiterentwickelt und modernisiert – von der Digitalisierung der Geschäftsstelle und einer neuen Website über Social Media und Datenmanagement bis hin zu Neumitgliedertreffen, Wahlkampfcamps und Aufstellungsversammlungen.
Doch das Wichtigste an ihrer Amtszeit stehe in keinem Rechenschaftsbericht, betonten die drei Abgeordneten in ihrer gemeinsamen Würdigung. Woller habe auch dort Verantwortung übernommen, wo es schwierig wurde, zugehört, Menschen zusammengebracht und nach Lösungen gesucht. „Du hast zugehört. Du hast telefoniert. Du hast ausgehalten“, hieß es in der Würdigung. Gerade diese Mischung aus Verlässlichkeit, Tatkraft und einem offenen Ohr für die Menschen habe ihre Arbeit im Bezirksverband geprägt.
Neben dem Wechsel im Bezirksvorstand stand die politische Ausrichtung des Bezirksverbands im Mittelpunkt der Versammlung. Ein Schwerpunkt dabei: die Frage, wie Niederbayern unabhängiger von fossilen Energien werden und gleichzeitig die Chancen der Energiewende vor Ort nutzen kann.
„Freiheitsenergien sind gesunder Menschenverstand“, erklärt Eva Lettenbauer, Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Bayern. „Wer unabhängig von Autokraten und Preisschocks sein und zugleich Wertschöpfung in der Region halten will, setzt auf Wind und Sonne. Bürger*innen können mit eigener Energieerzeugung bares Geld verdienen und gleichzeitig Umwelt und Klima schützen. Dafür braucht es verlässliche Rahmenbedingungen. Statt private Solaranlagen und den Ausbau der Windkraft auszubremsen, müssen Bundes- und Staatsregierung den Weg für erneuerbare Energien freimachen.“
Die aktuelle internationale Lage zeigt erneut die Verwundbarkeit einer Energieversorgung, die von fossilen Rohstoffen und internationalen Transportwegen abhängig ist. Für die GRÜNEN ist deshalb klar: Je schneller Wind- und Solarenergie sowie Speicher und Netze ausgebaut werden, desto unabhängiger wird die Energieversorgung von internationalen Krisen und Preisschwankungen.
Die Bundestagsabgeordnete Marlene Schönberger betont: „Gerade angesichts internationaler Krisen müssen wir unsere Energieversorgung sicherer aufstellen. Erneuerbare Energien machen uns unabhängiger von Autokraten wie Putin. Gleichzeitig zeigen die jüngsten Sabotage- und Spionagefälle, wie verwundbar unsere kritische Infrastruktur ist. Bereits im Januar hatten wir Grüne im Bundestag Vorschläge für einen besseren Schutz vorgelegt, die von Koalition und AfD gemeinsam abgelehnt wurden.”
Die Landtagsabgeordneten Mia Goller und Toni Schuberl sehen darin zugleich eine Chance für den ländlichen Raum: „Die Energiewende ist auch eine wirtschaftliche Frage. Wenn Kommunen, Unternehmen und Menschen vor Ort an der Energieerzeugung beteiligt werden, bleibt Wertschöpfung in der Region. Niederbayern kann davon unmittelbar profitieren.“
Bezirksrat Markus Scheuermann verweist auf den Weltkindertag: „Am Weltkindertag geht es auch um die Frage, welche Lebensbedingungen wir der nächsten Generation hinterlassen. Eine sichere, saubere und bezahlbare Energieversorgung gehört für uns zu diesen Lebensgrundlagen. Wer heute in erneuerbare Energien investiert, gestaltet diese Zukunft aktiv mit.“
Neue Doppelspitze für die GRÜNEN Niederbayern
Bei den turnusgemäßen Wahlen wurden Larissa Hausberger (KV Rottal-Inn) und Maria-Therese Eiblmeier (KV Dingolfing-Landau) zu den neuen Vorsitzenden des Bezirksverbands Niederbayern gewählt. Neue Schatzmeisterin ist Daniela Hunger (KV Landshut-Land). Als Beisitzer*innen gehören Paulina Wachler und Anil Sevim (beide KV Passau-Stadt), Hannah Jörg (KV Landshut-Stadt), Klaus Haid (KV Kelheim) und Thomas Maier (KV Dingolfing-Landau) dem neuen Bezirksvorstand an.
„Ich hatte das Glück, hier aufwachsen zu dürfen, Bildung zu bekommen, mich beruflich zu entwickeln und mich gesellschaftlich und politisch einzubringen. Aus solchen Chancen entsteht für mich Verantwortung“, sagt Larissa Hausberger. Als Mutter, Kommunalpolitikerin und stellvertretende Landrätin möchte sie ihre Erfahrungen und ihr breites Netzwerk nun noch stärker in die Arbeit des Bezirksverbands einbringen. Ihr Ziel sei ein starkes Team Niederbayern, das die Kreisverbände stärkt, neue Talente fördert, Menschen zusammenbringt und gemeinsam die anstehenden Wahlen 2028 und 2029 vorbereitet.
Maria-Therese Eiblmeier betont die Bedeutung der Energiewende gerade für den ländlichen Raum: „Gerade die Landbevölkerung, allen voran viele Landwirtinnen und Landwirte, sind bei der Energiewende seit Jahren mit vollem Elan dabei. Darauf können wir alle stolz sein.“ Für sie sei entscheidend, die Erfahrungen und das Engagement vor Ort aufzugreifen und die Energiewende gemeinsam mit den Menschen in den Regionen weiter voranzubringen.
Mit ihrer Kampagne „Freiheitsenergien“ setzen sich die GRÜNEN für den Ausbau von Wind- und Solarenergie, Speichertechnologien, den Erhalt von Biogasanlagen und eine unabhängige, bezahlbare Energieversorgung ein. So sollen Klimaschutz, Versorgungssicherheit und regionale Wertschöpfung zusammen gedacht werden.
Fotos: Ines Helmer













