MdL Mia Goller: Prioritäten der Staatsregierung völlig aus dem Gleichgewicht
Dass der Freistaat Bayern von China ein Pandapärchen für den Münchner Tierpark „mietet“, wirft für die Landtagsabgeordnete der Grünen Mia Goller grundsätzliche Fragen auf. „Während Ministerpräsident Markus Söder die Ankunft der Pandas feiert, zahlen die Bürgerinnen und Bürger in Bayern die Rechnung – und die geht in die Millionen“, unterstreicht Goller in einer Pressemitteilung.
Denn bei den Pandas handelt es sich, so Mia Goller, nicht um ein Geschenk, sondern um ein teures Leasingmodell im Rahmen der internationalen chinesischen „Panda-Diplomatie“. Nach Informationen, die der Bayerische Rundfunk veröffentlicht hat, dürfte dabei rund eine Million Euro pro Jahr an China gezahlt werden, , hinzu kommen enorme Investitionen für Bau, Unterhalt und Spezialinfrastruktur, Allein für das neue Panda-Gehege im Tierpark Hellabrunn sind Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe vorgesehen – finanziert von der Stadt München und dem Freistaat Bayern.
Diese Ausgaben stehen in einem frappierenden Widerspruch zur aktuellen Politik der Staatsregierung. Im sozialen Bereich wird drastisch gespart – mit spürbaren Folgen für Familien, Geringverdienende und Kommunen. Gleichzeitig scheint bei ausgeliehenen Pandas aus China plötzlich jedes Kostenargument zu verschwinden.
Besonders bitter ist für Mia Goller das Signal an den Tierschutz vor Ort: „Zahlreiche Tierheime in Bayern stehen finanziell mit dem Rücken zur Wand und könnten ohne ehrenamtliches Engagement längst nicht mehr überleben. Hier wird um jeden Euro gerungen – während für Prestigeprojekte. mit denen China um Sympathie wirbt, Millionen locker gemacht werden“, so die Abgeordnete. Das sei eine „Ohrfeige“ für all jene, die sich tagtäglich unbezahlt für Tiere in Not einsetzen.
Noch absurder werde es aber, wenn man auf den Umgang der Staatsregierung mit dem Schutz heimischer Arten blickt. „Wir haben als Grünenfraktion einen Gesetzentwurf vorgelegt, um Igel – das Wildtier des Jahres und seit Jahren stark bedroht – besser vor nächtlich eingesetzten Mährobotern zu schützen. Dieser Gesetzentwurf kommt im Februar zur zweiten Lesung in den Landtag. Ich bin sehr gespannt, ob der Igel dann eine Chance bekommt – auch wenn er nicht ganz so putzig und knuffig daherkommt wie ein ausgeliehener Panda“,
Dabei liege es ihr fern, den chinesischen Panda gegen den bayerischen Igel auszuspielen. Aber es wäre ein wichtiges Signal, wenn der in seiner Existenz bedrohte Igel zumindest einen Teil jener Aufmerksamkeit bekäme, die der Ministerpräsident derzeit den Pandas widmet.
„Artenschutz beginnt nicht mit Millionenüberweisungen nach Fernost, sondern vor der eigenen Haustür. Wer Verantwortung für Tiere ernst meint, stärkt Tierheime, schützt heimische Arten – und setzt seine politischen Prioritäten entsprechend“, fordert Mia Goller.