Transparenz ist unverzichtbare Voraussetzung
Landshut/Eggenfelden. Die Sprecherin für Landwirtschaft und Wald der Grünen-Landtagsfraktion, Mia Goller, fordert im Zusammenhang mit dem geplanten EU-MERCOSUR-Handelsabkommen verbindliche Herkunfts- und Haltungskennzeichnungen für tierische Lebensmittel. In einem Antrag im Bayerischer Landtag appelliert sie eindringlich an die Staatsregierung, sich auf Bundes- und EU-Ebene klar dafür einzusetzen.
„Wenn Lebensmittel aus Südamerika zu deutlich niedrigeren Produktionskosten auf unseren Markt kommen, dann braucht es wenigstens volle Transparenz für die Verbraucherinnen und Verbraucher“, betont Goller. „Die Menschen müssen beim Einkauf auf den ersten Blick und zuverlässig erkennen können, woher beispielsweise Fleisch stammt – und unter welchen Bedingungen es erzeugt wurde.“
Gerade vor dem Hintergrund des geplanten Handelsabkommens mit den MERCOSUR-Staaten sei eine verpflichtende Kennzeichnung unverzichtbar. „Unsere bäuerlichen Betriebe in Bayern arbeiten unter hohen Umwelt-, Tierwohl- und Sozialstandards“, so Goller: „Mit Produktionsbedingungen, wie sie in Teilen Südamerikas aufgrund niedriger Löhne und deutlich niedrigeren Umweltstandards möglich sind, können sie preislich nicht mithalten – und sollen das auch gar nicht. Aber sie dürfen dafür nicht bestraft werden.“
Die Grünen-Abgeordnete macht deutlich, dass es bei ihrem Antrag nicht um Abschottung gehe, sondern um Fairness. „Freier Handel darf nicht bedeuten, dass wir unsere eigenen Standards untergraben“, sagt Goller. Sie ist überzeugt: „Ohne eine klare Herkunftskennzeichnung verlieren heimische Produkte ihren echten Wettbewerbsvorteil: Qualität, Regionalität und Vertrauen.“
Der Antrag fordert die Staatsregierung auf, sich für eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Fleisch, Milch und Eier sowie für daraus hergestellte Produkte einzusetzen – auch in der Gastronomie. Zudem soll eine verbindliche Haltungskennzeichnung für alle tierischen Produkte eingeführt werden. Ziel sei eine Umsetzung spätestens bis Juli 2026.
„Über 90 Prozent der Menschen sagen, dass ihnen Tierwohl und Regionalität wichtig sind“, erklärt Goller. „Diese Haltung verdient politische Unterstützung – nicht leere Versprechen.“ Eine klare Kennzeichnung ermögliche bewusste Kaufentscheidungen und stärke zugleich die heimische Landwirtschaft. Ihr Fazit fällt eindeutig aus: „Ein MERCOSUR-Abkommen ohne verbindliche Herkunfts- und Haltungskennzeichnung wäre ein Schlag ins Gesicht unserer Bäuerinnen und Bauern. Transparenz ist keine Option – sie ist die Voraussetzung.“