Welche Herausforderungen das Technische Hilfswerk derzeit bewältigen muss und wie sich die Anforderungen an den Bevölkerungsschutz verändern, stand im Mittelpunkt eines Besuchs der Bundestagsabgeordneten Marlene Schönberger beim THW-Ortsverband Eggenfelden. Stellvertretender Ortsbeauftragter Benedikt Brunhuber führte zusammen mit weiteren Ehrenamtlichen des THW Eggenfelden, Schönberger gemeinsam mit dem Eggenfeldener Stadtrat Kurt Niederer sowie Kreisrat Ludwig Reil durch die Unterkunft und gab Einblicke in die Arbeit des Ortsverbands.
Während des Rundgangs stellten die Ehrenamtlichen die Einsatzmöglichkeiten und die Ausstattung des Ortsverbands vor. Schnell wurde deutlich, dass die Aufgaben des THW in den vergangenen Jahren deutlich vielfältiger geworden sind. Neben klassischen Einsätzen bei Hochwasser, Unwettern oder Stromausfällen rücken auch die Folgen der Klimakrise sowie die veränderte sicherheitspolitische Lage stärker in den Fokus. Im Verteidigungsfall übernimmt das THW wichtige Aufgaben zum Schutz und zur Versorgung der Bevölkerung und ist damit ein unverzichtbarer Bestandteil der zivilen Sicherheitsarchitektur.
Ein zentrales Thema des Austauschs war die Beschaffung von Fahrzeugen und Ausstattung. Obwohl der Bund in den vergangenen Jahren zusätzliche Mittel für den Zivil- und Katastrophenschutz bereitgestellt hat, kommen neue Fahrzeuge und Geräte in den Ortsverbänden oft erst nach langen Wartezeiten an. Für die Ehrenamtlichen erschwere das eine verlässliche Planung. „Die langen Beschaffungszeiten sind für die Ortsverbände eine echte Herausforderung“, erklärte stv. Ortsbeauftragter Benedikt Brunhuber. „Wir müssen unsere Einsätze und unsere Ausbildung langfristig planen. Dafür brauchen wir die Gewissheit, dass notwendige Fahrzeuge und Ausstattung auch tatsächlich zur Verfügung stehen. Dabei geht es aber auch um eine nachhaltige Ausstattung mit laufenden Haushaltsmitteln für Wartung und Instandhaltung, da die letzten Erhöhungen oft nicht einmal die stark gestiegenen Kosten ausgleichen.“
Neben der Ausstattung sprach Brunhuber auch die Situation vieler THW-Liegenschaften an. Zahlreiche Unterkünfte seien inzwischen zu klein oder sanierungsbedürftig und könnten den Anforderungen moderner Einsatzorganisationen nur noch eingeschränkt gerecht werden. Wer das Ehrenamt stärken wolle, müsse deshalb nicht nur in Material investieren, sondern auch in zeitgemäße Gebäude. Dank des Sondervermögens, dass der letzte Bundestag noch beschlossen hatte, sind diese Neubauten, unter anderem auch für das THW Eggenfelden, nun in Planung. Jetzt gehe es aber vor allem darum, diese zeitnah und sinnvoll umzusetzen.
„Das Engagement der Ehrenamtlichen verdient großen Respekt“, sagte Marlene Schönberger. „Die Ehrenamtlichen beim THW sind hervorragend ausgebildete Einsatzkräfte. Sie übernehmen Verantwortung, bilden sich kontinuierlich fort und stehen bereit, wenn Hilfe gebraucht wird – freiwillig und oft neben Beruf und Familie. Dieses Engagement braucht gute Rahmenbedingungen.“
Aus Sicht der Bundestagsabgeordneten gehört dazu neben einer verlässlichen Finanzierung auch eine stärkere Einbindung des THW auf kommunaler Ebene. „Das THW verfügt über eine enorme fachliche Expertise. Diese Kompetenz sollte vor Ort noch häufiger genutzt werden. Ich wünsche mir, dass Kommunen, Feuerwehren und andere Hilfsorganisationen die Zusammenarbeit weiter vertiefen und das THW selbstverständlich in Planungen und Übungen einbeziehen.“
Zum Abschluss bedankte sich Schönberger bei Benedikt Brunhuber und allen Helferinnen und Helfern des Ortsverbands für ihren Einsatz. „Ein leistungsfähiger Bevölkerungsschutz beginnt mit den Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Es ist unsere Aufgabe als Politik, dafür zu sorgen, dass sie die bestmöglichen Bedingungen vorfinden.“