„Es ist und bleibt ein schwerer Schlag für die niederbayerischen Schweinehalter“

Ines Helmer | MdL Mia Goller und Toni Schuberl

Landtagsabgeordnete Mia Goller kritisiert Abstimmungsverhalten der CSU zum Bildungsstandort Kringell

Die Diskussion um die Zukunft des Bildungsstandorts Kringell sorgt weiter für Unruhe. Die agrarpolitische Sprecherin der Grünen, Mia Goller, wirft CSU und Staatsregierung vor, die niederbayerischen Landwirtinnen und Landwirte weiterhin im Unklaren zu lassen.

Goller erklärt:
„Der heute im Landwirtschaftsausschuss im Landtag beschlossene CSU-Antrag zum ‚Erhalt des Bildungsstandorts Kringell‘ ist reine Symbolpolitik. Denn der Erhalt des Standorts als solcher stand bisher nicht zur Disposition. 
Worum es tatsächlich geht, ist die Zukunft der Schweinehaltung – insbesondere der ökologischen – in Kringell. Und genau die fehlt in dem Antrag!“

Gerade für Niederbayern, eine der bedeutendsten Schweinehaltungsregionen Süddeutschlands, sei eine klare Perspektive entscheidend. Goller betont:
„Gerade hier braucht es ein starkes Kompetenzzentrum für moderne, zukunftsfähige Schweinehaltung.“

Unverständlich sei die Linie von CSU und Freien Wählern vor dem Hintergrund aktueller Marktentwicklungen. „Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber verweist selbst in einer aktuellen Pressemitteilung auf den wachsenden Bio-Markt. Wenn der Bedarf steigt, brauchen wir auch Ausbildungs- und Demonstrationsbetriebe vor Ort. Junge Landwirte, die in die Öko-Tierhaltung einsteigen wollen, brauchen in Niederbayern einen leistungsfähigen Standort für Aus- und Weiterbildung.“

Die Grünen hatten einen eigenen Antrag zur Zukunft der Schweinehaltung in Kringell eingebracht. Goller kritisiert das Abstimmungsverhalten der Regierungsparteien:
„Mit unserem Antrag haben wir aufgezeigt, wie die Zukunft der Schweinehaltung in Kringell aussehen könnte. CSU und Freie Wähler haben dagegen gestimmt. Ein Bärendienst für die bayerischen Bäuerinnen und Bauern.

Goller warnt vor einer Benachteiligung Niederbayerns:
„Niederbayern darf hier nicht zum Verlierer werden. Bis 2030 soll es in Bayern 30 Prozent Ökolandbau geben und wir wollen, dass Niederbayern daran einen ordentlichen Anteil hat!“

Der örtliche Grünen-Abgeordnete Toni Schuberl ist überrascht, dass selbst die Kritik von örtlichen Politikerinnen und Politikern der Regierungsparteien in München nicht ankommt: „CSU und Freie Wähler geben sich vor Ort als Schutzpatrone der Schweinehaltung – aber in München lassen sie die eigenen Kommunalpolitiker auflaufen. Mit Sachpolitik hat man bei Söder immer schlechte Karten. Wir müssen als Region noch lauter werden.“