Mit Blumen gratulierten der frisch gekürten Kandidatin Mia Goller (4. von links) Wolfgang Plank (von links), Ortsvorsitzender in Pfarrkirchen, Lorenz Rabanter, Ortsvorsitzender in Eggenfelden, Eva-Maria Popp, Bürgermeisterkandidatin in Eggenfelden, Bezirksrat Markus Scheuermann, Dagmar Hermann, Ortsvorsitzende in Eggenfelden, Kreisvorsitzender Günther Reiser und Mitglied Claudia Dallinger. - Foto: Fleischmann

Erste Herausforderin für Michael Fahmüller: Die Grünen nominieren Mia Goller als Landratskandidatin


Von Sebastian Fleischmann


Pfarrkirchen. Mia Goller tritt bei den Kommunalwahlen im März 2020 als Landratskandidatin für die Grünen an. Bei der Nominierungsversammlung am Donnerstagabend in der Pizzeria „Noah“ in Eggenfelden erhielt die 41-Jährige dazu die volle Rückendeckung des Kreisverbands der Grünen, die Zustimmung der Mitglieder fiel einstimmig aus. Damit steht Mia Goller als erste Herausforderin für Landrat Michael Fahmüller (CSU) fest.


In ihrer Bewerbungsrede hatte die freie Journalistin, die in Diepoltskirchen lebt, zuvor die Ziele skizziert, für die sie sich einsetzen möchte. Es komme nicht auf Geschlossenheit an, die gerade von großen Parteien im Wahlkampf gern beschworen werde, sondern auf Offenheit: „Wir müssen offen sein für die Möglichkeiten, die es für diesen wunderbaren Landkreis gibt“, sagte die Mutter vierer Kinder, die auch Bezirks- und Kreisvorsitzende der Grünen ist. „Wir müssen offen sein für die Nöte und die Hoffnungen, die die Menschen hier haben.“


Konkret kündigte sie unter anderem an, den Dialog mit den Landwirten und den jungen Leuten im Landkreis zu suchen, bei denen derzeit jeweils existenzielle Ängste spürbar seien. Goller warb dafür, den Landwirten mehr Unterstützung zukommen zu lassen, „indem wir gemeinsam an guten Konzepten arbeiten und Ideen aus der Ökomodellregion-Bewerbung umsetzen“.


Zur Seite stehen werde man den Bürgern in Wurmannsquick, Bad Birnbach und Tann im Kampf für eine Erdverkabelung der geplanten 380-kV-Leitungen und den Menschen in Simbach, „damit der Autobahnausbau für alle erträglich wird“.


Fehlen durfte freilich auch eines der Kernthemen der Grünen nicht: der Klimaschutz. Goller warb dafür, neue Wege zu gehen, und nannte als Beispiel das virtuelle Gemeindekraftwerk im Landkreis Landshut. Mit diesem Konzept werde dafür gesorgt, dass die regional produzierte Energie, aber auch die damit verbundene Wertschöpfung in der Region bleiben. „Ich will ein Klimakonzept und eine Klimabeauftragte“, machte sie deutlich.


Als weitere Ziele nannte sie unter anderem eine Geburtsstation mit Kinderarzt am Krankenhaus Eggenfelden, die Einrichtung eines Frauenhauses im Landkreis sowie die Ansiedlung eines Hospizes in Pfarrkirchen. Kämpfen wolle sie obendrein für bessere Kinderbetreuung und neuen bezahlbaren Wohnraum. Stärken wolle sie die Kreativ- und Kulturwirtschaft vor Ort.


Mehr Macht für Frauen

Ein Herzensanliegen ist es Goller auch, die Rolle der Frau in der Politik zu stärken: „Zwei Bürgermeisterinnen und eine Bezirksrätin, das ist mir zu wenig für eine Bevölkerung, die zu 50 Prozent aus Frauen besteht“, sagte sie mit Blick auf die aktuelle Situation im Landkreis. Mit Anna Nagl (Falkenberg) und Edith Lirsch (Triftern) gibt es in den 31 Kommunen in Rottal-Inn aktuell nur zwei weibliche Gemeindeoberhäupter, als Bezirksrätin vertritt Goller selbst aktuell den Landkreis.


Auf die Fahnen geschrieben hat sich Mia Goller zudem einen anderen Stil der Kommunikation – „weg von der vorgefertigten Pressemitteilung hin zur offenen Kommunikation auch mit unseren Medien“, sagte sie. Ihr sei es wichtig, auch bei sensiblen Themen Transparenz herzustellen und dabei „ungefiltert zu sein“.


Zusammen könne es gelingen, die Menschen „in diesem wunderschönen Landkreis“ mitzunehmen, appellierte Goller am Ende an den Teamgeist ihrer Parteifreunde während der Zeit des „Wahl-Wettbewerbs“, wie sie die Phase bis zu den Kommunalwahlen im März 2020 nennt, denn: „Grün ist Rottal-Inn am schönsten.“


Angeregt diskutiert wurde in der folgenden Aussprache, unter anderem über den Status bei der vielfach kritisierten Neubepflanzung am Krankenhausparkplatz in Eggenfelden, die Rolle der Frau in Politik und Gesellschaft und die Möglichkeiten der Kommunen, die Umsetzung der Vorgaben von Bebauungsplänen hinsichtlich der Gartengestaltung privater Häuslebauer zu kontrollieren.
Am Ende vereinte Mia Goller alle Stimmen der anwesenden 17 Mitglieder des Kreisverbands auf sich, wie der Landshuter Grünen-Bezirksrat Markus Scheuermann, der als Wahlhelfer fungierte, verkündete. Die Versammlungsleitung hatte Mia Gollers Co-Kreisvorsitzender Günther Reiser inne.

Quelle: Passauer Neue Presse vom 30.11.2019

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