Christine Aigner (Mitte) freute sich über das einstimmige Votum und die Glückwünsche von MdL Rosi Steinberger und Kreisvorsitzendem Anton Reicheneder.

Im wirklichen Leben daheim

Dingolfing. (mb) Zum ersten Mal in der Geschichte des Kreisverbandes schicken die „Grünen" eine Landratskandidatin für die bevorstehenden Kommunalwahlen ins Rennen. Einstimmig wurde Kreisrätin Christine Aigner aus der Gemeinde Simbach dazu am Montag nominiert.

Landtagsabgeordnete Rosi Steinberger betonte in ihren Ausführungen, dass die Grünen schon seit 1990 auf die Plakate schreiben „Wir haben ein Herz für den Klimaschutz". Endlich tut sich bei diesem Thema wie auch beim Artenschutz etwas. Die Kommunen können viel bewegen, deshalb sind diese Wahlen im März auch so entscheidend.

Kreisvorsitzender Anton Reichender begrüßte die Vorstandschaft am Montagabend im Vilstaler Hof in Rottersdorf. Es sei wichtig, dass die Grünen in der kommunalen Politik vertreten sind. ,,Aus dem „Klimapäckchen" ist nur noch der Aufkleber übriggeblieben." Mit der Kommunalpolitik lasse sich vieles erreichen. Er sah sogar die Chance, in zwei Jahren einen Grünen Bundeskanzler zu stellen, dann würde man in Sachen Klimaschutz vorankommen. Aber, man könne auch in der Opposition einiges erreichen.

Einstimmige Nominierung

Ein eindeutiges Votum stärkte Christine Aigner für ihr Vorhaben den Rücken. Einstimmig nominierten die Versammelten die Landratskandidatin. Die 58-jährige Bio-Bäuerin möchte im Landkreis den Umwelt- und Klimaschutz voranbringen und dabei die Ökonomie nicht außen vor lassen. Auch die ökologische Bildung an den Schulen ist ihr sehr wichtig.

Vielfältig interessiert setzt sie ihre Schwerpunkte auf Natur, Kultur, Soziales und Wirtschaft. Den Umweltgedanken setzt sie als staatlich zertifizierte Kräuter- und Waldpädagogin schon viele Jahre aktiv um.

Gemeinsam mit Ehemann Peter stellte die gelernte Schneiderin in den 1990er Jahren ihren elterlichen Hof in Böckl auf ökologischen Landbau um. Heute ist Direktvermarkterin. Sie brachte fünf Kinder zur Welt und ist stolze zehnfache Oma. Auch der soziale Sektor geht ihr nicht aus dem Kopf. Deshalb engagiert sie sich unter anderem in der Flüchtlingsbetreuung sowie im Kreistag im Jugendhilfeausschuss. In ihrer Großfamilie lernte sie, unterschiedlichste Lebenslagen zu meistern. Zudem steckt hinter all dem eine große Planungs- und Koordinierungsfähigkeit. Kurz, sie ist ,,im wirklichen Leben daheim."

Die Aufstellungsversammlung ist am 28. Oktober im Vilstaler Hof in Rottersdorf. Am 12. Oktober wird im Gasthof Räucherhansl in Oberteisbach um 14 Uhr der Ortsverband Loiching gegründet. Am 14. Oktober findet im Landratsamt eine Podiumsdiskussion, organisiert von Fridays for Future um 19 Uhr statt, Thema: Die Zukunft der Mobilität im Landkreis. Die Aufstellungsversammlung für die Kreistagsliste ist am 25. November in der Alten Mühle in Mamming.

Weichenstellung auf kommunaler Ebene

Die Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt- und Verbraucherschutz Rosi Steinberger, MdL, ging auf die beiden grossen Herausforderungen Klimakrise und Artensterben ein und betonte, dass man auf kommunaler Ebene beginnen müsse, diese Probleme zu meistern. Deshalb sei es so bedeutend, wer in den Gremien Sitze und den Vorsitz habe, weil man hier sehr viele Weichenstellungen habe, wie sie aus eigener Erfahrung als Gemeinde- und Kreisrätin wisse.

Den Grünen gefalle, dass derzeit im Landtag über Dinge auf breiter Front debattiert werde, was sie immer schon sehr bewegte, das Artensterben und die Klimakrise. Diese Themen kamen auch in der gesellschaftlichen Debatte an. Das Parlament beschäftige sich aufgrund des Volksbegehrens sehr mit dem Artenschutz.

Was bedeutet es für die Kommunen? Sie müssen überlegen, welche Flächen wie bewirtschaftet werden. Bei Naturschutzgebieten stehe verpflichtend fest, dass man keine Pestizide mehr einsetzen dürfe. Hecken, Feldgehölze und Alleen müssen geschützt werden. Am besten wäre, das Mähgut von den Straßenrändern abzutransportieren, damit Magerpflanzen wachsen können. Für die Landratsämter seien alleine 50 Biodiversitätsbeamte vorgesehen.

Bis 2030 sollten 30 Prozent der Landwirte biologisch bewirtschaften. Mit Fördergeldern lasse sich das Ziel durchaus realisieren. ,,Dies Volksbegehren ist eine große Chance für die Landwirtschaft."

Als Kräuterpädagogin führt Christine Aigner oft Gruppen zu Kräuterwanderungen in die Natur. Der Biohof, den sie zusammen mit ihrem Ehemann Peter leitet, liegt idyllisch etwas abseits der Staatsstraße zwischen Simbach und Arnstorf. - Foto: Manuel Birgmann

Quelle: Passauer Neue Presse vom 09.10.2019

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