„Die richtigen Ideen für die Zukunft“

Von Peter Köppen

Geisenhausen.
Die Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ hielt am Samstag im Festsaal der Brauhausstuben die diesjährige Bezirksvollversammlung.
Olivia Kreyling und Matthias Ernst wurden als neue gleichberechtigte Bezirksvorstände gewählt. Grüne Positionen klopften in ihren Ansprachen die Landesvorsitzenden Eva Lettenbauer und Eike Hallitzkiy fest.
Im Mittelpunkt der Versammlung stand die Wahl des neuen Bezirksvorstands. Dazu hatte man sich einen ganzen Nachmittag Zeit genommen. Jeder Kandidat konnte sich vorstellen und Fragen beantworten. Gleichberechtigte Vorsitzende wurden Olivia Kreyling aus dem südlichen Landkreis Kelheim und Matthias Ernst aus Straubing. Der Schatzmeister heißt Robert Steinbauer, Beisitzer sind Stefanie Auer, Elke Rümmelein, Marlene Schönberger, Pascal Pohl und Matti Weigl.
Kreyling ist 38 Jahre alt und Nachhilfelehrerin von Beruf. Der 26-jährige Ernst ist Student der Medienwissenschaften und zugleich Wahlkreismitarbeiter von Erhard Grundl, MdB.
Im Gespräch mit unserer Zeitung sagten Kreyling und Ernst, der neu gewählte Bezirksvorstand sei „sehr jung, hochmotiviert und eine Traumbesetzung“. Es habe mit der Wahl ein Generationenwechsel stattgefunden, bei dem dennoch Erfahrungsträger berücksichtigt wurden. Mit diesem Team werde man gut gerüstet in den Bundestagswahlkampf gehen.
Hauptthemen im bevorstehenden Wahlkampf würden einerseits der Personennahverkehr und die Mobilität sein, andererseits die Forderung, Niederbayern im Vergleich zu den Großstädten nicht abzuhängen. Es müssten dort die Infrastruktur verbessert und auch Kultureinrichtungen geschaffen werden.

Energische Landesvorsitzende

Frei, eloquent und lebhaft riss Eva Lettenbauer mit ihren grünen Positionen die Delegierten mit. Sie gratulierte den anwesenden Gemeinde- und Stadträten, die bei der Kommunalwahl im Frühjahr ein Mandat errungen hatten. Bei den aktuellen politischen Themen ging die Landesvorsitzende auf das Flüchtlingscamp Moria auf Lesbos ein, wo über Nacht 12 000 Menschen obdachlos geworden sind. Bayern, so ihre Forderung, müsse mindestens 500 Menschen aufnehmen, besonders Kinder und Frauen: „Wir können ihnen Schutz geben.“

Weiter forderte Lettenbauer einen stündlich und verlässlich verkehrenden flächendeckenden öffentlichen Personennahverkehr. Dabei bezeichnete sie die Eisenbahn als Rückgrat und verlangte, „brachliegende Schienen wieder in Betrieb“ zu nehmen. Unsichere Bahnstrecken („auch im Stimmkreis des Bundesverkehrsministers“) müssten technisch aufgerüstet werden.
Lettenbauer bezeichnete die Partei der Grünen als führend in der Wirtschaftskompetenz. Diese hätte „die richtigen Ideen für die Zukunft und für Arbeitsplätze von morgen.“ Unter anderem müsse die 10-H-Regelung – sie bezeichnete sie als „Windkraftblockade“ – abgeschafft werden.

Pflegekräfte: „Klatschen hat nicht gereicht“

Ihre Partei habe es geschafft, so Lettenbauer, sich in der Corona-Krise für solidarisches Handeln einzusetzen. Nein sagte die Sprecherin zu rechten Verschwörungstheorien und zur Intoleranz der Politik rechter Gruppierungen auf Kosten der Schwächeren. Den Pflegern, Krankenschwestern und Erziehern rief sie zu: „Das Klatschen hat nicht gereicht“. Vielmehr forderte sie eine gleichberechtigte Bezahlung.

Auch die Kunstbranche müsse in der Krise im Blick behalten und unterstützt werden, denn „Kunst ist
systemrelevant.“ Lettenbauer fasste schließlich zusammen: „Wir Grüne können Politik auch in Pandemie-Zeiten.“
Eike Hallitzky sah als gleichberechtigter Landesvorsitzender in seinem emotionalen Grußwort „viel Zukunft im Bezirk Niederbayern“. Er habe bei der Vollversammlung positive Visionen gesehen, die auch die gesamte Partei präge. Hallitzky rief dazu auf, diese Grundhaltung zu bewahren und damit die Menschen für die Partei zu gewinnen. „Wir sind die einzige Partei, die der CSU etwas entgegenzusetzen hat“, machte er den Delegierten Mut.

 

Quelle: Vilsbiburger Zeitung vom 21.09.2020

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